Grundlagen · Netzwerksicherheit

Symmetrisch, Asymmetrisch, Hash & Diffie-Hellman

Vier Bausteine, auf denen fast jede sichere Verbindung aufbaut — vom gemeinsamen Geheimnis bis zum Schlüsselaustausch, ohne den Schlüssel je zu übertragen.

1 / 4 Symmetrische Verschlüsselung

Ein Schlüssel für beide Seiten

Sender und Empfänger benutzen denselben Schlüssel — zum Verschlüsseln und zum Entschlüsseln. Schnell und effizient, solange beide Seiten den Schlüssel schon sicher kennen.

Das Problem: Der Schlüssel muss vorher irgendwie sicher ausgetauscht werden. Genau dafür braucht man gleich Diffie-Hellman.

Ausprobieren — eigenen Text ver- und entschlüsseln
🔒
noch nicht verschlüsselt

Verschlüsseln und Entschlüsseln benutzen exakt dieselbe Operation mit demselben Schlüssel — deshalb „symmetrisch".

2 / 4 Asymmetrische Verschlüsselung

Zwei Schlüssel, die zusammengehören

Statt einem gemeinsamen Schlüssel gibt es ein Schlüsselpaar: einen Public Key, den jeder kennen darf, und einen Private Key, der geheim bleibt. Was mit dem einen verschlossen wird, öffnet nur der andere.

Dadurch muss vorher kein Geheimnis ausgetauscht werden — jeder kann einfach den öffentlichen Schlüssel des Gegenübers benutzen.

Ausprobieren
Public Key
darf jeder haben
Private Key
bleibt geheim
noch nicht verschlüsselt

Public Key und Private Key sind zwei verschiedene Werte, die zusammenpassen. Verschlüsseln und Entschlüsseln sind hier zwei unterschiedliche Operationen — deshalb „asymmetrisch".

3 / 4 Hash-Funktion

Ein Fingerabdruck fester Länge

Eine Hash-Funktion macht aus beliebigen Daten einen kurzen, festen Wert. Gleiche Eingabe → immer gleicher Hash. Schon ein einziges verändertes Zeichen ergibt einen komplett anderen Hash. Und: Aus dem Hash lässt sich die Eingabe nicht zurückrechnen — Einwegfunktion.

Damit prüft man Integrität: Wurden Daten unterwegs verändert?

Ausprobieren — tippen und live SHA-256 sehen

Ändere ein einziges Zeichen und beobachte, wie sich der komplette Hash ändert.

4 / 4 Diffie-Hellman-Schlüsselaustausch

Ein gemeinsames Geheimnis, ohne es zu senden

Farbmisch-Analogie: Client und Server einigen sich öffentlich auf eine Startfarbe. Jede Seite mischt eine eigene Geheimfarbe dazu und schickt nur das Mischergebnis. Aus dem Mischergebnis der Gegenseite plus der eigenen Geheimfarbe entsteht auf beiden Seiten dieselbe Endfarbe — ein Lauscher sieht nur die Mischungen, nie die Geheimfarben.

Genau so einigen sich Client und Server beim SSH-Verbindungsaufbau auf den Session Key.

Ausprobieren

Client

Startfarbe (öffentlich)
Geheimfarbe (privat)
Mischung → an Server
Session Key

Server

Startfarbe (öffentlich)
Geheimfarbe (privat)
Mischung → an Client
Session Key
In SSH kommen alle vier zusammen: Diffie-Hellman erzeugt den gemeinsamen Session Key, Hash bildet daraus die Session-ID, der Host Key (asymmetrisch) beweist die Serveridentität, und der Session Key selbst verschlüsselt die Verbindung anschließend symmetrisch.